Bei Kinder

Bei Kinder ist die Verselbstständigung ein großes Thema 

Das kann ich schon alleine! Woanders übernachten, in die Kinder-Krippe gehen, ohne Hilfe einschlafen. Dies alles sind Riesen-Schritte in Richtung Selbstständigkeit bei Kinder. Nachfolgend erzählen drei Mütter, wie sie das mit ihren Kindern gemeistert haben.

„Für mich hat es sich nicht richtig angefühlt, mein Baby alleine schlafen zu lassen“, sagt Petra (28 Jahre). „Joels Bettchen stand stattdessen direkt an unserem Ehebett. Abend für Abend haben wir ihn in den Schlaf begleitet. Zum Einschlafen gestillt habe ich ihn in den ersten Monaten. Auf meinem Arm schlief er dann später ein. Es gab da natürlich die berühmten Unkenrufe die sagten, dass man solche Angewohnheiten bei Kinder nie wieder loswerde. Das war dann aber tatsächlich ganz einfach. Ein Stück von unserem Bett weg schoben wir Joels Bettchen, als dieser 10 Monate alt war. Dies hat ihm gar nichts ausgemacht. Danach wurden wir noch mutiger, so dass er nach seinem ersten Geburtstag ein eigenes Zimmer mit eigenem Bett bekam. Auch dies war überhaupt kein Problem. Als Joel zwei Jahre alt war, reichte ihn zum Einschlafen meine Hand auf seinem Bauch und das nur 10 Minuten lang. Dann sagte ich spontan eines Abends: ‚Ich gehe mal aus. Du musst nur rufen, wenn was ist. Dann bin ich sofort da!‘. Einfach so schläft er seitdem von ganz alleine ein. Das Joel nicht trotz, sondern wegen der großen Nähe, die wir ihm gegeben haben, so selbstständig geworden ist, davon bin ich überzeugt. Dies wollen wir auch beim zweiten Kind so machen. Direkt neben unserem Bett steht das auch Babybettchen schon bereit.“

Andrea (36 Jahre) erzählt: „Als wir Jonas ins Bett bringen wollten, bekam ich plötzlich Wehen. ‚Das ist doch viel zu früh‘, dachte ich. Nun mussten wir schnell ins Krankenhaus. Aber wohin mit Jonas? Er hat doch mit seinen drei Jahren noch nie woanders oder bei Kinder übernachtet. Aber jetzt haben wir keine andere Möglichkeit. Meine Freundin Sabrina, die Jonas von Geburt an kennt, sagte: ‚Kein Problem. Wir werden das Kind schon schaukeln.‘ Na okay. ‚Jonas du darfst heute Abend bei Sabrina schlafen.‘ Wir haben es dann als ein tolles Event verpackt, das extra für ihn ins Leben gerufen wurde. Dafür gab es sogar ein ganz spezielles Equipment: Und zwar einen coolen Dino-Schlafsack, der eigentlich als Weihnachtsgeschenk geplant war. Die Wehen waren zwar ein Fehlalarm, nichts destotrotz hat die Übernachtungsaktion mit Jonas und Sabrina hervorragend funktioniert. Jonas hat zwar seit der Geburt unseres zweiten Kindes Anke typische Babyanwandlungen, während deren er nochmal so unselbstständig sein will wie seine Schwester, dennoch weiß ich, dass er schon richtig selbstständig ist, wenn es darauf ankommt. Und es ist auch überhaupt ein Problem mehr, ihn woanders bei Kinder übernachten zu lassen. Natürlich darf dann sein Dino-Schlafsack, der für die besonderen Anlässe da ist, nicht fehlen.“

Melanie, 33 Jahre, aus Bochum, schildert: „Schon als ich in der 12. Woche schwanger war, standen wir auf der Warteliste für die Kinder-Krippe. Ich hatte ausgerechnet und geplant, dass die Betreuung von Simon nach einem halben Jahr Stillen beginnen sollte. Dann wurde Simon geboren. Er wollte Nähe. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Unmöglich war es, ihn mal abzulegen, zumindest wenn er eingeschlafen war. Komplett im Tragetuch verbrachte unser kleiner Liebling so seine ersten Lebenswochen. Besorgte Freunde machten natürlich die Problematik auf, wie er denn so jemals selbstständig werden solle. Dies sei bei Kinder dann schwer. Wir aber blieben ruhig und gelassen. Eines Tages klingelte das Telefon, ein Krippenplatz stand in Aussicht. Nun standen wir vor der Herkules-Aufgabe, die Eingewöhnung zu starten. Ich dachte, dass dies nicht klappen könnte. Schließlich kann man von den Erzieherinnen nicht verlangen, dass sie Simon ständig tragen. Aber überraschender Weise lief es hervorragend. Simon wollte schließlich mit fünf Monaten die Welt entdecken. Getragen werden wollte er gar nicht mehr. Krabbelnd machte er sich auf Entdeckungstour in der Wohnung. Gleiches tat in der Krippe, die wir zwecks Eingewöhnung besuchten. Vergnügt verschwand Simon schon am ersten Tag in einem Knäuel von Kindern und stellte sich bei Kinder vor. Geweint hat er bis heute beim Abschied kein einziges Mal. Eine Erzieherin sagte neulich zu mir, dass Simon doch ein ganz selbstständiges kleines Kerlchen sei. Und ich dachte dabei, dass das doch ganz genial ist, wie aus einem kleinen Sensibelchen durch eine Extraportion Körperkontakt und bei Kinder ein wilder, kleiner Eroberer wird.



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